2020 – kann es noch schlimmer kommen

21.06. 2020
Nun haben wir schon Juni. Und was ist das für ein Jahr? Im Winter haben uns Stürme bis 225 km/h die Genuapersenning, die Genua, das Bimini und die Kuchenbude zerfetzt bzw. beschädigt. Dann kam Corona und wir kamen bis jetzt nicht zum Schiff.
Eltern im Krankenhaus, Intensivstation, eigene OPs usw. – und als würde das noch nicht reichen für ein Jahr stirbt heute auch noch nach gerade einmal 11 1/2 Lebensjahren unser treuer Weggefährte Snowy. Es ist unfassbar, wie man an einem Hund hängen kann!!
Und ich glaube, dass dies letztendlich auch den Ausschlag gegeben hat, unseren Blog einzustellen.
Wir hatten ihn begonnen, um unsere Segelreisen, insbesondere unsere geplante Weltumsegelung für uns zu dokumentieren, sie mit Familie, Freunden und Interessierten zu teilen und im Alter den Enkeln vorzulesen und die Bilder zu zeigen.
Nach dem Abbruch der Weltumsegelung haben wir uns dann das erste Mal die Frage gestellt, ob der Blog noch weiter geführt werden soll. Und dann entschieden, dass er eine schöne Ergänzung zum Logbuch ist. Aber jetzt, vor dem Hintergrund, dass ein Crewmitglied uns verlassen hat und wir das Schiff zunehmend entweder als Ferienwohnung nehmen oder im „Bermudadreieck“ Korsika – Sardinien – Elba die immer gleichen Plätze aufsuchen, verliert er seine Bedeutung und wird uninteressant.
Wir danken allen Lesern, mit denen wir unsere Erlebnisse geteilt haben, für ihr Interesse und wünschen Euch allen immer fair winds und eine Handbreit Wasser unter dem Kiel. Macht es gut – oder sogar besser!

Das war es mal wieder…..

01. August 2019 883 sm, davon nur 59 sm unter Segeln

Keine dolle Statistik, die obrige! Jedenfalls nicht, wenn man ein Segelboot besitzt. Aber es war wirklich so: entweder kein Wind oder zuwenig Wind, um 50 sm abzureißen oder direkt auf die Nase. Na, hoffentlich wird 2020 besser.
Nach den pontinischen Inseln ging es über Nettuno (supertolles Restaurant gefunden!!!), Traiano und Giglio wieder zurück nach Elba. Zwei Nächte gönnten wir uns dort in der Marina von Port Azzurro, da Sturm und Regen angesagt waren. Ich bin ja dann immer enttäuscht, wenn die Vorhersage nicht eintrifft, halt so wegen der High Season Übernachtungsgebühren, die man sich dann ja auch hätte sparen können. Aber diesmal war das Geld gut investiert. Neben ordentlich Wind kam auch richtig viel Regen herunter. Nicht nur der Schlaucher war vollgelaufen, nein, leider zeigten auch einige Luken Investitionsbedarf in neue Lukengummis auf. Habe sie jetzt erst einmal abgeklebt, aber unser nächster Besuch an Bord im Oktober wird wohl unter dem Motto „Dichtungsaustausch“ stehen.
Nach zwei weiteren Tagen in unserer Lieblingsbucht und einer Essenseinladung von Bibi und Uli im Da Ledo ging es gestern – bei Flaute – zurück nach Korsika. Dort warteten in der Bucht Tamarone (direkt bei Macinaggio) bereits Heidi und Michael auf uns. Der heiss ersehnte Sprung in das kühle Nass fiel allerdings wegen der vielen Feuerquallen aus. Abends wurde gegrillt und bei einem Glas Rotwein und Kerzenschein klang der letzte Abend des Törns friedlich aus.
Heute verlegen wir in die Marina und dann folgt das übliche Procedere (Boot und Zubehör reinigen, polieren, konservieren usw.) bevor es dann nächsten Mittwoch wieder nach Hause geht. Dann waren wir zwei Monate an Bord und wir freuen uns riesig darauf, den Rest des Sommers in Aschau zu verbringen, bevor es Anfang September mit Bibi und Uli in die Südsee geht.

Einfach – nur – schön

23.07.2019. 643 sm
…die pontinischen Inseln. Aber der Reihe nach.
Von Procida nahmen wir gestern die Schnellfähre nach Ischia und entschieden uns dort für das einzig Richtige: Eine dreistündige Inselrundfahrt mit dem Taxi. Einmal abgesehen von der angenehmen Temperatur im Auto sahen wir dadurch auch deutlich mehr von der Insel, als wenn wir uns zu Fuß aufgemacht hätten. Resümee von allen: tolle Insel, viel schöner als Capri und nicht so überlaufen. Nachmittags ging es dann zurück nach Procida.
Von Uli kam dann der Vorschlag, in Anbetracht der Hitze, unseres Hundes und des Rufes von Neapel doch vielleicht auf den Besuch dieser Stadt zu verzichten und damit auch nicht sterben zu müssen. Nach sehr kurzer Diskussion wurde der Vorschlag einstimmig demokratisch angenommen.
Heute morgen (der Skipper hatte in Anbetracht von 52 sm die Abfahrtzeit auf 06:00 festgelegt) ging es dann nach Ponza, der Hauptinsel. Wieder einmal – wie schon so oft – ließ uns unser Küstenhandbuch ziemlich im Stich, aber eine gründliche Internetrecherche half im Vorfeld beim Suchen eines schönen Ankerplatzes.
An dieser Stelle jetzt mal ein Einschub zum Thema Küstenhandbuch. Also, ohne Namen zu nennen, aber das ist ein wirklich trauriges Kapitel, dieses angebliche „Standardwerk“. Nicht nur, dass die aktuelle Ausgabe aus dem Jahr 2011!!!! ist (was dazu führt, dass es Marinas gibt, die im Buch noch gar nicht genannt werden und andere, die im Buch als toll und neu beschrieben werden, inzwischen ihren Zenit aber deutlich überschritten haben) sind doch deutlich mehr als nur wenige Angaben nicht richtig, nicht ausreichend oder fehlen einfach. Seit 2013 ärgern wir uns mehr über das Buch, als dass es uns hilft und ich trauere sehr meinem Karl-Heinz Beständig mit seinen kroatischen Pilots hinterher. Aber das nur mal so nebenbei.
Die Inseln sind – wie gesagt – sehr beeindruckend. Alle Inseln sind Überreste versunkener Vulkankrater. Auf Ponza haben sich schon so berüchtigte Figuren wie Caligulas wahnsinnige Brüder, die Mutter Neros und Agrippina herumgetrieben.
Wir liegen auf 7 m Sand in einer wunderschönen Bucht der Hauptinsel Ponza namens Cala Inferno, also Höllenbucht. Diesen Namen verdankt sie aber nur den imposanten Felsen, die sie einrahmen.

…und morgen geht es wieder retour

20.07. 2019
In Ischia waren wir dann doch nicht, aber in dem Hafen von Procida. Sehr süsse Insel und angeblich wohnen auf ihr die meisten Menschen pro qm im Mittelmeer. Zudem beherbergt sie die älteste Seefahrerschule der Welt.
Vom Meeresniveau des Hafens geht es steil nach oben – was dazu geführt hat, dass sich so ziemlich alle Einwohner E-Bikes gekauft zu haben scheinen. Naja, vielleicht nicht alle, aber es fahren auffallend viele mit E-Bikes herum.
Den folgenden Tag ankerten wir für 80 Euro an einer Boje vor der Amalfiküste. Wir werden einfach nicht schlau. Der Schwell durch den Südwind, jeder Menge vorbeifahrender Motorboote und Fähren war so grausam, dass wir beide wieder im Salon (Nadine) bzw. in der Plicht (K-D) geschlafen haben. Oder besser, wir haben es versucht. Wie auch immer, wir brachen freiwillig noch vor 6 Uhr am nächsten Morgen und ziemlich gerädert auf.
Für Nadine ging es dann dicht an Positano und Amalfi vorbei in die Marina d´Arechi bei Salerno.
Am Mittwoch flogen Bibi und Uli ein. Da Bibi die Ausgrabungen von Pompeii schon kannte, passte sie am Donnerstag auf Snowy auf und Uli, Nadine und ich fuhren mit dem Zug dort hin. Imposant – das mussten wir alle feststellen. Echt der Hammer! So groß, so tolle Mosaiken, so gut erhalten – das hatten wir alle nicht erwartet.
Freitag ging es dann mit einer Fähre nach Capri. Gut, als BWLer verstehe ich ja das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Aber 10 Euro für ein Glas Zitronensaft und ähnlich gesalzene (oder sollte ich besser sagen zitronenhafte) Preise für andere Getränke und Essen trüben den Besuch dieser an sich zauberhaften Insel etwas ein. Die anderen geschätzt 100.000 Besucher schien das allerdings nicht zu stören.
Heute ist Ruhe- und Einkauftag und morgen in aller Frühe geht es zurück nach Procida.