Archiv für den Monat: Juni 2019

…der Sommertörn 2019 kann (endlich!!) beginnen

MCDM, Fr 14.06.2019
Nach einer kurzen Woche zu Haus, die unsere Haushaltskasse durch a) den Einbau einer neuen Ölheizung samt Warmwasseraufbereitung und b) die völlig überraschend notwendig gewordene umfangreiche Reparatur des Jacuzzi deutlich, um nicht zu sagen, äusserst deutlich strapaziert hatte, entschlossen wir uns kurzfristig, am Mittwoch bereits um 3 Uhr zu starten, um in aller Ruhe den Tag zu nutzen, bevor die Rigger am nächsten Tag wieder über uns herfallen würden. Abgesehen von etwas Müdigkeit war es genau die richtige Entscheidung. Wir konnten alles vorbereiten und am nächsten Tag um 9 Uhr standen dann Walter, Daniele und der Segelmacher am Steg.
Kurz danach ging es auch schon los. Leider waren nur 5 bis 8 kts Wind, aber das System hat mich schnell überzeugt. Bin jetzt nur gespannt, wie das alles bei 30 kts funktionieren wird.
Leider blieben wir auch dieses Jahr vor dem Start in die Saison nicht von weiteren Reparaturen — und damit weiteren Einbrüchen in die Haushaltskasse — verschont. Der Aussenborder sprang dank Biosprits nicht mehr an (aufwendige Reparatur: Vergaser reinigen, alle Benzinleitungen reinigen, alten Sprit wegwerfen, Tank reinigen, Zuleitung reinigen! Aber zum Glück wurde es wenigstens direkt trotz Vollauslastung von Marina Service erledigt), zwei Fußschalter der Elektrowinschen waren defekt und mussten ausgetauscht werden, die Deckenpaneelen in der linken Achterkabine hatten sich während unserer Abwesenheit gelöst, nachdem sie von Lagoon äusserst primitiv ( u.a. mit dicken Silikonpfropfen) befestigt worden waren und mussten von uns mühsam mit Montagekleber und Stützen (dank zweier Bootsstäbe gut gelöst) wieder befestigt werden. Dazu kamen Hochdruck reinigen, waschen, putzen, ölen, saugen, schmieren und vieles andere mehr. Manchmal beneide ich Charterer: kommen, segeln gehen, alle Defekte dem Vercharterer mitteilen, bezahlen und nach Hause fahren. Aber trotzdem möchten wir nicht auf das eigene Schiff verzichten.
Langsam aber sicher nähern wir uns dem Ende. Also sozusagen dem Ende vom Anfang 😀.
Heute habe ich noch als Sahnehäubchen meinen neuen Elektroroller zerlegt. Gott sei Dank sind seit früher Jugend einige beim Judo erlernten Abrolltechniken in meinem Gehirn gespeichert und so blieb es trotz leichten Überschlags bei deutlich mehr Schaden am Roller als an mir. Mist, hatte mich tierisch darauf gefreut, bei Schwei….hitze nicht mehr zu Fuß zum jeweiligen Marinaoffice pilgern zu müssen, kleine Einkäufe zu erledigen etc. Aber selber schuld, die Augen gehören auf die Straße und nicht auf die Landschaft. Und abgesehen davon: jeder Gang macht schlank☹️
Übermorgen kommt Peter eingeflogen und Montag werden wir um 5 Uhr starten— Nadine mit Snowy und Audi per Fähre nach Macinaggio und Peter und ich (dummerweise bei West gegenan) mit der Purpurmond zum selben Ziel.

Rollbaum – warum?

02. 06. 2019
Hätte nicht gedacht, dass das Thema so interessant ist. Aber nachdem doch eine ganze Reihe von Lesern nachgefragt haben, hier noch kurz einige Erklärungen:
Vor der Lagoon besaßen wir zwei Bavarias und beide hatten einen Rollmast. Wir fanden das bei einer Zweier-Crew sehr angenehm und zwar hauptsächlich wegen der Sicherheit: Reffen und setzen aus dem Cockpit, keiner muss mit Liefeline an den Mast bzw.. auf Deck und an den Baum. Denn meistens finden diese Manöver ja doch nicht bei blauem Himmel, Sonne und Flaute sondern, Welle, viel WInd, eventuell sogar nachts statt.
Insofern waren wir sehr enttäuscht, dass es eine solche Option bei der Lagoon nicht gab. Nunmehr sieben Jahre mit frustvollen Erlebnissen folgten: DIe Reffleinen verhedderten sich beim Reffen im Windgenerator und rissen die Flügel ab, das Groß schlug beim Setzen und verhedderte sich in den Lazybagleinen usw.. usw.. Fast bei jedem Manöver musste einer aufs Dach und nachhelfen. Und wenn ich „einer“ sage, meine ich damit meistens mich. Und ich sage Euch, es ist gar nicht witzig, in der Welle von vorne auf gefühlten 5 m über der Wasseroberfläche sich an einen schlagendem Baum zu klammern und an einem Groß zu zerren, das mal wieder nicht richtig in die Lazyjacks fallen wollte.
Insofern ging ich immer mal wieder gedanklich schwanger mit einer anderen Lösung. Zwar habe ich bis heute noch keinen Katamaran mit Rollmast oder Rollbaum gesehen, aber das heißt ja nichts.
Der Rollmast hatte sich dann auch schnell erledigt. Zum einen war die von einem Anbieter projektierte Lösung zu teuer und schien mir auch nicht ausgereift und zum anderen erinnerte ich mich an unsere Atlantiküberquerung: Pauls Groß warf gerne Falten und er traute sich nur selten, es heraus zu ziehen, da er immer – und zu Recht – befürchtete, es nicht wieder einrollen zu können. Einmal mitten auf dem Atlantik hatte sich Conny bereits mit dem Bootsmannsstuhl bewaffnet, um die Falte ziemlich weit oben am Mast mit händischer Kraft herauszuziehen, als es uns durch mehrmaliges Halsen gelang, sie vor einem Höllentrip in den Mast bei Atlantikwelle zu bewahren. Also wenn überhaupt, dann Rollbaum!
Und dann fand ich eine Anzeige in einem Segelmagazin, die genau dies versprach. Auch für Katamarane! Und nach dem Studium diverser Unterlagen, dem Anschauen von You Tube Videos und Lesen diverser Citations war ich davon überzeug, dass dies auch für einen Katamaran eine Superlösung sein könnte. Den zum einen war der krumme Mast kein Problem und zum anderen kommt das Groß bei einem Rollbaum immer runter – selbst wenn die Mechanik im Baum einmal klemmt.
So weit, so die Theorie. Und jetzt bin ich gespannt wie ein Flitzebogen, ob sich das Investment auch wirklich gelohnt hat. Und davon später.